Das Konzept

„potzblitznews.de“ – Wahr oder Falsch?

Ein einfaches und praktisch leicht umzusetzendes Workshopkonzept zum Entlarven von unseriösen Nachrichten

Erfundene und gefälschte Zitate und manipulierte Fotos – das gab es schon immer. Seit der zunehmenden Verbreitung von Medien in den Sozialen Netzwerken hat die Verbreitung von Falschnachrichten, gezielten aus dem Zusammenhang gerissenen und für Propagandazwecke missbrauchte Nachrichten deutlich zugenommen.

Methode: Eigene Nachrichten produzieren

Was macht eine seriöse Nachricht aus, wo ist die Grenze zum Boulevard und wann haben wir es mit einer Falschnachricht zu tun? Das Konzept ist in einem Workshop zur Netzwerktagung Medienkompetenz in Potsdam am 18. Oktober 2017 erprobt worden. Wir produzieren Kurznachrichten für das Portal “potzblitznews.de” rund um die Netzwerktagung Medienkompetenz und zu anderen aktuellen Themen. In der praktischen Arbeit erproben die Teilnehmenden Grundlagen des Nachrichtenjournalismus, der Schwerpunkt liegt auf kreativen Methoden und leicht anwendbaren Tools, die sich zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zum Einsatz im Unterricht oder als Praxiseinheit in einem längeren Workshop eignen.

Wahr oder Falsch?

Um zu erkennen, wie Fake News funktionieren, geht es zunächst darum zu erfahren, was die klassischen Eigenschaften einer Nachricht sind und nach welchen Regeln Nachrichten geschrieben werden.

Auch viele so genannte Fake News halten sich auf den ersten Blick an diese Regeln. Auf den zweiten Blick sieht es oft ganz anders aus. Unterschiede liegen in der Sprache. Nachrichtensprache ist nüchtern und sachlich und verzichtet komplett auf Wertungen. Wichtig für die Nachricht ist die genaue Quellenangabe, auch darauf wird oft in einer „Fake News“ verzichtet.

Um Fake News zu entlarven genügt es oft, Nachrichten nach klassischen journalistischen Kriterien zu untersuchen. Im Workshop arbeiten wir an eigenen Nachrichten und erfahren wie mit einfachen Mitteln sehr schnell Verfälschungen entstehen können.

Fortbildungsangebot

Dieser Workshop ist Teil des Fortbildungsmoduls zum Thema „Meinungsmache im Netz. Medienbildung gegen Fake-News und Hatespeech“ des lmb, das sich an sozialpädagogische Fachkräfte im Land Brandenburg richtet, ist aber auch im schulischen Kontext als Lehrerweiterbildung realisierbar und wird bis Ende 2017 vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport gefördert. Eine Fortsetzung im kommenden Jahr wird anvisiert.

Inhalte der Veranstaltung sind:

  1. Einführung in Mechanismen der Meinungsbildung im Netz
  2. Erkennen und Überprüfen von Meinungsmanipulation
  3. Medienpädagogische Methoden und Projektbeispiele zum Umgang mit Manipulationen und Hatespeech im Netz

Kristin Ehlert, Medienpädagogin, und Susanne Schmitt, Journalistin und Medienpädagogin, Young Images Verein für Medien und Bildung e. V.